Familienrecht Versorgungsausgleich Anwältin

Was versteht man unter dem Zugewinnausgleich?

Haben die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt bzw. gewirtschaftet, so ist der Güterstand mit Beendigung der Ehe auszugleichen. Der Güterstand der Zugewinngemeinschaft ist der Regelfall des ehelichen Güterstandes und wird kraft Gesetzes zugrunde gelegt, wenn keine Gütertrennung (Ehevertrag) vereinbart wird.

 

Davon zu trennen ist der sogenannte Versorgungsausgleich, der den Aufteilung der während der Ehezeit erlangten Renten- und Versorgungsansprüche betrifft. In einem gesondertn Beitrag haben wir die häufigsten Fragen zum Versorgungsausgleich beantwortet.

 

Wie wird der Zugewinn berechnet?

Der Zugewinnausgleichwird anhand des Anfangsvermögens und des Endvermögens ermittelt. Die Differenz aus Anfangs- und Endvermögen wird dann hälftig zwischen den Ehegatten aufgeteilt.

Das Anfangsvermögen ist das Vermögen, welches der Ehegatte zu Beginn der Ehe hatte. Hierzu gehören sowohl Aktiva als auch Passiva, also Schulden.

Die Differenz von Aktiva und Passiva ist dann das Anfangsvermögen.

Übersteigen die Schulden das Vermögen so wird von einem Anfangsvermögen in Höhe von 0 Euro ausgegangen. Stichtag für die Berechnung des Zugewinns ist der Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags. Rechtshängigkeit tritt mit der Zustellung des Scheidungsantrags an den anderen Ehegatten durch das Gericht ein.

 

Rechenbeispiel:

 

1. Schritt: Ermittlung des Zugewinns:

Anfangsvermögen Ehegatte 1:                      80.000 Euro

Endvermögen Ehegatte 1:                          120.000 Euro

Der Zugewinn beträgt somit:                        40.000 Euro.

Anfangsvermögen Ehegatte 2:                      50.000 Euro

Endvermögen Ehegatte 2:                            80.000 Euro

Der Zugewinn beträgt somit:                     30.000 Euro.

 

2. Schritt: Ermittlung des Ausgleichs:

Die Differenz zwischen 40.000 Euro und 30.000 Euro beträgt somit 10.000,- €. Ehegatte 1 muss davon die Hälfte also 5.000,- € an Ehegatte 2 zahlen.

 

Was gehört alles  Anfangsvermögen?

Zum Anfangsvermögen zählt alles was einen Geldwert hat, mit Ausnahme des reinen Hausrates

Unter anderem auch Erbschaften, vorweggenommene Erbfolgen, Schenkungen mit Ausnahme von Finanzspritzen für laufende Kosten, Zuwendung als Ausstattung. Eben alles was als Vermögenswert einem Ehegatten allein und nicht gemeinschaftlich zugewendet wurde.

Jeder Ehegatte sollte daher bei der Ermittlung des Anfangsvermögens genau schauen, denn andernfalls wird vermutet, dass kein Anfangsvermögen da war und der Zugewinn das Endvermögen ist. Die Differenz wird somit größer.

 

Was gehört zum Endvermögen?

Auch das Endvermögen kann nie geringer als 0 Euro sein, trotz Schulden.

Verfügungen eines Ehegatten werden zum Beispiel dem Endvermögen bis zu 10 Jahre rückwirkend ab Beendigung des Güterstandes zugerechnet. Zum Beispiel werden

- Schenkungen, soweit sie nicht Pflicht- und/ oder Anstandsschenkungen waren,

- bewusste Vermögensreduzierungen in der Absicht den anderen Ehegatten zu benachteiligen oder

- Vermögensverschwendungen

dem Güterstand weiterhin zugerechnet.

 

Allerdings ist bei der Vermögensverschwendung ganz klar zu sagen, dass es hier in der Praxis regelmäßig an der Ehrlichkeit und Nachweisbarkeit scheitert und zwar trotz der gesetzlichen Auskunftspflicht des Eheleute und der Möglichkeit diese Angaben eidesstattlich versichern zu lassen.

 

Muss der Zugewinnausgleich gerichtlich erfolgen?

Ganz klar Nein! Die Ehegatten können den Zugewinn einvernehmlich außergerichtlich regeln. Der Vorteil hierbei liegt bei dem Ersparnis von Gerichts-, Anwalts- und Sachverständigenkosten.

Unter gewissen Umständen und Voraussetzungen kann auch ein vorzeitiger Zugewinnausgleich gerichtlich beantragt werden.

 

Gern beraten wir Sie im Familienrecht

Ehescheidungen sind für die Parteien mit starken Emotionen verbunden. Zudem sind zahrleiche Asekte zu regeln, wie Hausratsaufteilung, Versorgungsausgleich und Kindesumgang. Damit Sie in den emotionalen und turbulenten Zeiten einer Scheidung nicht Ihre berechtigten Ansprüche verlieren, weil Sie diese nicht kennen oder vergessen, empfehlen wir zumindest am Anfang einer (anstehenden) Scheidung sich anwaltlich beraten zu lassen. Danach wissen Sie, wo Sie rechtlich stehen und können entscheiden, welche Rechte Sie durchsetzen wollen bzw. können und welche nicht. Das gibt Ihnen Sicherheit in der - für die Beteiligten häufig unerwarteten und überraschenden Dynamik einer Scheidung.

Für Ihre Fragen rund um das Thema Ehescheidung und Scheidungsfolgen bieten wir Ihnen die Möglichkeit, eines telefonischen kostenlosen Erstgesprächs mit Frau Rechtsanwältin Romy Schult. Kontaktieren Sie uns einfach per Telefon oder Email mit ihrem Anliegen und wir werden dann einen Gesprächstermin mit Ihnen abstimmen.

 

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Ihr Team der KANZLEI JANKE & SCHULT

 

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