Familienrecht Anwalt Sorgerecht

Es gilt der Grundsatz des gemeinsamen Sorgerechts für gemeinschaftliche minderjährigen Kinder.

Eine Trennung oder Scheidung ändert diesen Grundsatz nicht per se, sodass auch getrennt lebende Eltern oder geschiedene Eltern grundsätzlich das gemeinsame Sorgerecht über ihre gemeinsamen Kinder ausüben.

Das gemeinsame Sorgerecht wird mit der Geburt des gemeinsamen Kindes erworben, wenn die Eltern bereits verheiratet sind. Ist dies nicht der Fall, so erlangt nur die Mutter das Sorgerecht für das Kind automatisch mit der Geburt. Der Kindesvater kann jedoch eine Sorgeerklärung abgeben mit der Folge, dass dann das gemeinsame Sorgerecht besteht, §§ 1626 a ff BGB.

 

Was beinhaltet das elterliche Sorgerecht?

Die elterliche Sorge bezieht sich auf die Vermögenssorge und die Personensorge des Kindes. Hierbei umfasst die Personensorge u.a. die Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmung, Fürsorge und Aufsicht.

Das Sorgerecht beginnt mit Geburt und endet automatisch, sobald das Kind volljährig ist, also mit Vollendung des 18. Lebensjahres.

Das Sorgerecht endet auch dann, wenn es aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung entzogen wurde. Die ist im Falle einer Kindeswohlgefährdung gegeben. Ein wichtiger Punkt den es zu beachten gilt ist, dass das Sorgerecht auch dann endet, wenn der sorgeberechtigte Elternteil stirbt. Ist der verstorbene Elternteil allein sorgeberechtigt gewesen wird es oft sehr schwierig, denn nun muss das Gericht einen Sorgeberechtigten einsetzen. Nicht selten entwickeln sich hier richtige Familientragödien, wenn das Gericht zum Beispiel die Großeltern für nicht geeignet ansieht.

 

Wie wirkt sich eine Trennung der gemeinsam Sorgeberechtigten auf die Ausübung des Sorgerechts aus?

In so einem Fall liegt die hauptsächliche Verantwortlichkeit für das Kind bei dem Elternteil bei dem das Kind seinen dauerhaften Aufenthalt hat. Dieser Elternteil übernimmt alle Entscheidungen des täglichen Lebens, ohne den anderen Elternteil hierfür um Zustimmung bitten zu müssen.

Anders sieht es jedoch bei bedeutsamen Entscheidungen aus, die das Kind betreffen, wie etwa die Schulwahl, Operationen, ein Umzug etc.. Beispiele für Entscheidungen des täglichen Lebens sind hingegen ein Zahnarztbesuch, Teilnahme an Kindergeburtstagen und Klassenfahrten usw..

Das alleinige Sorgerecht ist in § 1671 BGB geregelt. Für den Fall, dass das Familiengericht auf Antrag einem Elternteil das Sorgerecht alleinig zuspricht erhält das andere Elternteil ein Umgangsrecht.

Es ist auch möglich das gemeinsame Sorgerecht zu behalten und nur einen Teilbereich des gemeinsamen Sorgerechts auf einen Elternteil, wenn es dem Kindeswohl am ehesten entspricht, zu übertragen. In der Praxis ist dies oft die Gesundheitssorge und das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

 

Beachtlicher Kindeswille

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass das minderjährige Kind bei der Frage, wer das alleinige Sorgerecht übertragen bekommen soll oder Teile davon angehört werden muss (ab Vollendung des 4. Lebensjahres). Der Wille des Kindes ist beachtlich. Mit Vollendung des 14. Lebensjahres hat das Kind ein Mitspracherecht.

Auch das Jugendamt wird in derartigen Fällen gerichtlich zur Stellungnahme aufgefordert.

Die Entscheidung hat dann zum Wohle des Kindes zu erfolgen, wobei das Gericht Kriterien wie Bindung, Kontinuität, Arbeitszeiten, Tagesablauf, gewohnte Umgebung etc. heranzieht.

 

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