fristlose Kündigung Verlagsvertrag

„Irgendwann ist auch mal Schluss!“ - so oder so ähnlich hat sich der durch uns vertretene Autor gefühlt, als er feststellte, dass sein Urheberrecht durch den eigenen Verlag verletzt wurde.

Mit einem aktuellen Urteil ist es uns gelungen, für unseren Mandanten eine fristlose Kündigung des Verlagsvertrages durchzusetzen. Das Gericht hat die vom Autor ausgesprochene fristlose Kündigung des Verlagsvertrages als wirksam erachtet.

Im dem Fall verstieß der Verlag in eklatanter Weise gegen das Urheberrecht des Autors, indem das eBook-Recht ohne Berechtigung an einen dritten Verlag unterlizenzierte - mit fatalen Folgen für den Autor. Daneben gab es weiteren kleinere Auseinandersetzungen mit dem Verlag.

Besonders verstörend war hier der Umstand, dass der Verlag wohl selbst nicht genau wusste, was der durch ihn vorgelegte Verlagsvertrag überhaupt beinhaltete. Wesentliche rechtliche Grundlagen, die ein Verlag unseres Erachtens wissen sollte, waren nicht bekannt.

Dies zeigt einmal mehr, dass jedermann einen Verlag gründen kann, ohne besondere Kenntnisse in der Verlagsbranche, geschweige denn Rechtskenntnisse nachweisen zu müssen. Ein Grund mehr für Autoren, sich genauestens den Vertragspartner und den Verlagsvertrag VOR Unterzeichnung anzusehen.

 

Was regelt eigentlich der Verlagsvertrag?

Was der Verlagsvertrag regelt und worauf zu achten ist, haben wir in den verlinkten Beitrag erläutert. Daher an dieser Stelle nur kurz Folgendes:

Mit seiner Unterschrift gibt der Autor einen Teil seiner Urheberrechte, nämlich das sogenannte Verlagsrecht, an den Verlag ab. Dadurch wird der Verfasser verpflichtet, sein Werk dem Verleger zur Vervielfältigung und Verbreitung zu überlassen. Im Gegenzug wird der Verleger verpflichtet, das Werk zu drucken und zu vertreiben (juristisch: zu vervielfältigen und zu verbreiten), § 1 Verlagsgesetz (VerlG).

Der Autor überträgt seine Rechte, entledigt sich aber - zumindest beim klassischen Verlagsvertrag - der wirtschaftlichen Risiken, die mit der Publikation einhergehen. Denn der Verleger trägt sämtliche Kosten für Erstellung, Verbreitung und Werbung für das Werk des Autors. Der Erfolg eines Werks hängt nicht nur von der Leistung des Autors ab, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil auch von der Umsetzung durch den Verleger.

Es ist und bleibt sehr schwer, sich von einem Verlagsvertrag zu lösen. Es müssen besondere Voraussetzungen vorliegen, die eine Vertragsbeendigung unumgänglich machen. Das wissen jedoch auch die Verlage. Welche Möglichkeiten zur Beendigunbg eines Buch-Vertrages bestehen, haben wir ausführlich in einem eigenen Beitrag erörtert: Wann kann ich meinen Verlagsvertrag kündigen?

 

Fazit:

Allerdings ist es natürlich nicht völlig aussichtslos, sich als Autor aus einem Verlagsvertrag zu lösen. Es lohnt sich zu kämpfen. Denn als Autor und Urheber muss man sich nicht alles bieten lassen. Bei eklatanten Vertragsverletzungen oder Rechtsverstößen durch den Verlag bestehen durchaus Chancen für den Autor, die Vertragsbindung aufzuheben und eigene Wege zu gehen.

 

Fragen zum Verlagsrecht?

Sei haben Fragen zum Verlagsrecht? Sie möchten rechtliche Sicherheit und Klarheit, bevor Sie Ihren Verlagsvertrag unterschreiben? Gern unterstützen wir Sie dabei.

Übersenden Sie uns gern unverbindlich Ihren Verlagsvertrag und erhalten Sie umgehend ein Angebot für eine individuelle und umfassende Vertragsprüfung.

Sie erreichen uns:

  • per Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
    per Telefon: 0381 - 877 410 310

Ihre Ansprechpartnerin ist Rechtsanwältin Romy Schult, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht.

Bild: bloomicon/ Fotolia.com

 

 

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