Abmahnung Koch Media rk

Der Dowload des Computerspiels "Kingdoms Come Deliverance" wird derzeit von der Firma Koch Media GmbH abgemahnt. Die Abmahnschreiben werden durch die Rechtsanwälte Reichelt Klute Assmann, kurz rka, versendet. 

Die Koch Media GmbH aus München geht seit vielen Jahren mit Abmahnungen gegen die illegale Nutzung der von ihr hergestellten oder lizenzierten Computerspiele in Internet-Tauschbörsen vor.

 

Was fordert die Koch Media?

Bereits mehrere Betroffene haben berichtet, dass sie eine DEMO-Version des Computerspiels heruntergeladen hätten und dies auch noch in einer Tauschbörse. 

In der Abmahnung heißt es, das Computerspiel "Kingdoms Come Deliverance" sei am 13. Februar 2018 auf dem deutschen Markt erschienen. Und weiter wird vorgetragen:

 

"Unsere Mandantin hat hierzu ausschließliche Nutzungs- und Vertriebsrechte an dem Computerspiel ´Kingdoms Come Deliverance" von der Entwicklerin, der Fa. Warhorse Studios s.r.o., Tschechische Republik, erworben."

 

Ein nachprüfbarer Nachweis über die wirksame Einräumung dieser urheberrechtlichen Nutzungsrechte an dem Spiel liegt dem Abmahnschreiben allerdings nicht bei.

Wie wir bereits berichtet haben, waren unter anderem bereits folgende PC-Spiele bzw. Videospiele Gegenstand von Forderungsschreiben der Rechtsanwälte rka:

 

Wie bei Urheberrechtsverletzungen üblich, fordert die Koch Media

  • die Zahlung von Schadensersatz und Abmahnkosten sowie
  • die Unterzeichnung einer strafbewehrten Unterlassungserklärung

In den uns aktuell vorgelegten Forderungsschreiben wird letztlich ein Vergleich angeboten, dass die erhobenen Ansprüche gegen den Anschlussinhaber und gegenüber Familienangehörigen gegen Zahlung eines Pauschalbetrages von insgesamt 1.500,00 Euro und Abgabe der Unterlassungserklärung erfüllt und die Sache abgeschlossen werden kann.

Vorliegend können wir nicht empfehlen, die beigefügte Unterlassungserklärung ungeprüft zu unterzeichnen, da diese zu weitgehend formuliert ist.

Auch wenn die Abmahner einen anderen Eindruck erwecken wollen, es besteht keine Verpflichtung, die vorformulierte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Vielmehr sollte diese inhaltlich abgeändert werden, um Ihre Haftung für die Zukunft zu reduzieren.

Lassen Sie sich nicht durch die oft sehr kurzen Fristen unter Druck setzen.

 

Wer haftet bei Filesharing-Abmahnungen?

Die Rechtsprechung hat sich seit 2015 zugunsten der Anschlussinhaber entwickelt. Selbst wenn die Rechtsverletzung unter Ihrem Anschluss erfolgt ist, bestehen sehr gute Chancen, die Abmahnung zurückzuweisen oder die Forderung zu reduzieren.

Wenn Ihr Internetanschluss noch von weiteren Personen, wie Familienangehörigen, genutzt wurde, kommen grundsätzlich auch diese Personen als Täter in Betracht. Folglich entfällt die zunächst gegen Sie als Anschlussinhaber bestehende Tätervermutung.

Sie sind allerdings verpflichtet, der Gegenseite namentlich mitzuteilen, wer den Anschluss genutzt hat (sogenannte sekundäre Darlegungslast), so dass diese in der Lage ist, den Täter gegebenenfalls zu ermitteln.

Allein die Behauptung des Anschlussinhabers "Ich war´s nicht." reicht den Gerichten also nicht aus. Jedoch muss der Anschlussinhaber auch keinen Täter liefern, auch wenn sich regelmäßig die Schreiben der Abmahner so lesen.

Aber nach dem BGH genügt der Anschlussinhaber seiner Darlegungs- und Mitteilungspflicht dadurch,

 

„dass er dazu vorträgt, ob andere Personen und gegebenenfalls welche anderen Personen selbständigen Zugang zu seinem Internetanschluss hatten und als Täter der Rechtsverletzung in Betracht kommen. In diesem Umfang ist der Anschlussinhaber im Rahmen des Zumutbaren zu Nachforschungen verpflichtet.“ (BGH, Urt. v. 11.06.2015 - I ZR 75/14 Rn. 37 – Tauschbörse III).

 

Der Anschlussinhaber kann die Abmahnung auch dann zurückweisen, wenn er nachweisen kann, dass sein Netzwerk zum Tatzeitpunkt nicht hinreichend abgesichert war. Denn auch in dieser Konstellation kommen, gemäß der Rechtsprechung des BGH, außer dem Anschlussinhaber selbst auch andere Personen in Betracht, die die abgemahnte Rechtsverletzung begangen haben könnten. Aber auch hier genügt natürlich die bloße Behauptung, dass das WLAN nicht abgesichert war, nicht.

Entspricht der Anschlussinhaber seiner sekundären Darlegungslast, ist es wieder Sache des Abmahners Koch Media GmbH, die Täterschaft des Abgemahnten darzulegen und zu beweisen. 

 

Abmahnung von .rka / Koch Media erhalten?

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  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!: kanzlei ( at ) medienrecht-urheberrecht.de

 

Ihre Ansprechpartnerin ist Rechtsanwältin Marion Janke (MLE), Fachanwalt für Urheberrecht und Medienrecht.

 

Bild: ijacky /Fotolia.com

 

 

 

 

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