Foto Abmahnung StockfoodDie Kanzlei Fuß & Jankord aus Dortmund versendet aktuell Abmahnungen für die StockFood GmbH wegen der unlizenzierten Nutzung von Fotos.

Die Stock Food GmbH ist eine große Online-Bild-Agentur (www.stockfood.de) vorwiegend für Bilder und Videos im Food-Bereich. Sie verfolgt schon seit vielen Jahren die unlizenzierte Nutzung ihres Bildmaterials.

Bisher wurde die Foto-Agentur StockFood ebenso wie die Agentur Great Bowery Deutschland GmbH bei ihren Abmahnungen von der bekannten Münchener Kanzlei Waldorf Frommer vertreten.

 

Was fordert die Kanzlei Fuß & Jankord in der Abmahnung?

In dem mir aktuell vorliegenden Fall (07/2019) werden wegen der Verwendung zweier Fotos von der Anwaltskanzlei Fuß & Jankord für ihre Mandantin folgende Ansprüche geltend gemacht:

  1. der Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch,
  2. die Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von: 388,00 € und
  3. Abmahnkosten in Höhe von ca. 745,40 €.

Summa summarum also 1.133,40 € für die Nutzung von zwei Fotos.

Für den Fall, dass nicht  innerhalb der gesetzten Frist reagiert wird, kündigen die Rechtsanwälte an, die Ansprüche einzuklagen. 

Ist die Forderung der StockFood GmbH berechtigt?

Grundsätzlich sind alle Fotos urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit entsprechender Zustimmung des Rechteinhabers verwendet werden.Liegt eine solche Zustimmung (Lizenz) von der Firma StockFood GmbH nicht vor, ist eine Urheberrechtsverletzung gegeben. Daraus stehen dem Abmahner die obgen genannten Ansprüche zu und es ist zunächst davon auszugehen, dass die Abmahnung berechtigt ist.

Die Höhe des Schadensersatzes hängt von der Art des Fotos, der Dauer und dem Umfang der Nutzung des Bildes ab. Je länger das Bild verwendet wurde, desto höher ist der Schadensbetrag.

-> Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Beitrag: Wieviel Schadensersatz bei unberechtigter Fotonutzung?

 

Die StockFood GmbH berechnet den Betrag regelmäßig auf Grundlage der Honorare der "Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing" (kurz : MFM), das sind - angeblich - die üblichen Bildhonorare für Fotografen.

Allerdings bestehen seit längerem auch seitens der Gerichte erhebliche Zweifel daran, dass die Preise in den MFM tatsächlich "üblich" sind. Denn auch den Gerichten ist mittlerweile aufgefallen, dass in der Praxis die MFM entweder ausdrücklich ausgeschlossen sind oder eben deutlich geringere Preise gezahlt werden. Das ist natürlich auch bei der Ermittlung des Schadensersatzes zu berücksichtigen.

Denn der oberste Grundsatz bei der Berechnung des Schadensersatzes im Urheberrecht lautet:

Der Rechtsverletzer soll nicht besser, aber auch nicht schlechter stehen, als der normale Lizenznehmer. Der Rechteinhaber darf also nur denjenigen Betrag als Schadensersatz verlangen, den er vertraglich auch ansetzt bzw. ansetzen könnte. Dabei genügt der bloße Verweis auf irgendwelche Preislisten im Internet nicht. Vielmehr muss der Rechteinhaber seine Vertragspraxis durch Vorlage von Verträgen nachweisen.

 

Letzteres gelingt, nach unserer Erfahrung, häufig nicht. 

Festzuhalten bleibt, dass der vom Abmahner geforderte Schadensersatz stets geprüft werden sollte. Eine abschließende Beurteilung, ob der Betrag angemessen oder überhöht ist, lässt sich nur für den jeweiligen Einzelfall vornehmen. 

 

So reagieren Sie richtig auf eine Foto-Abmahnung

  1. Nehmen Sie die Abmahnung ernst!  Bleibt die Abmahnung unbeantwortet, kann die Gegenseite die erhobenen Forderungen einklagen.
  2. Lassen Sie sich nicht durch die oftmals sehr kurzen Fristen unter Druck setzten! Unterzeichnen Sie nicht die beigefügte Unterlassungserklärung! Diese ist zu weitgehend und braucht so nicht unterschrieben werden. Es gibt keine rechtliche Pflicht, die vorformulierte Erklärung zu unterzeichnen.
  3. Vorsicht bei der Kontaktaufnahme mit der Gegenseite! Keine Infos preisgeben! Häufig wird den Anwälten unnötigerweise mitgeteilt, wer verantwortlich ist oder wie lange das Bildmaterial verwendet worden ist. Damit schwinden jedoch die Erfolgsaussichten, die Forderung zu reduzieren.  
  4. Lassen Sie sich von einem Fachanwalt unterstützen, um den Rechtstreit zügig und sicher zu klären. 

Aufgrund unserer Erfahrungen konnten wir in den von uns bisher vertretenen Angelegenheiten die gegnerischen Forderungen für unsere Mandanten regelmäßig reduzieren. In welcher Höhe eine Reduzierung oder Abwehr der Abmahnung möglich ist, ist jedoch im Einzelfall zu prüfen.

 

Wichtig - umfassende Löschung der Bilder!

Des Weiteren muss sichergestellt sein, dass das betreffende Bildmaterial vor Übersendung der Unterlassungserklärung an die Gegenseite umfassend gelöscht ist. Hierzu gehört auch die Löschung der Nutzung im Internet. Anderenfalls kann der Urheber die Zahlung einer empfindlichen Vertragsstrafe verlangen. 

 

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Fotorecht ist Rechtsanwältin Marion Janke (MLE), Fachanwalt für Urheberrecht und Medienrecht.

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