9. Juli 2010 Derzeit werden wieder verstärkt betrügerische Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzung per E-Mail versendet. Den Wortlaut eines solchen Abmahnung die fälschlicherweise im Namen der Rechtsanwälte Nümann + Lang versendet werden, finden Sie am Ende dieses Beitrags. Bereits seit Anfang März 2010 kuriseren derartige bertrügerische Abmahn-E-Mails, die mit - gefälschten - Absenderadressen bekannter Abmahn-Anwälte wie kuw bzw. U+C oder Nümann + Lang versehen sind. Die Abmahnungen sind so gut gemacht, dass sie den unbedarften Empfänger täuschen können. Als Unterschrift und Absender wird eine bekannte Abmahnkanzlei mit deren Internetadresse genannt. Erst bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Angegebene E-Mail-Adresse falsch ist und eine etwiage Antwort nicht die genannten Rechtsanwälte erreichen wird. Der Inhalt der Abmahung ist höchst widersprüchlich und rechtlich falsch. Den "Abmahnern" geht es in diesem Falle natürlich nicht um die Wahrung von Urheberrechten, sondern schlicht nur ums schnelle Geld. Daher wird auch nicht, wie in jeder (!) Abmahnung üblich, die Abgabe einer Unterlassungserklärung gefordert. Dem Empfänger wird ein gehöriger Schreck versetzt, in dem man mitteilt, gegen ihn wurde Strafanzeige erstattet, weil "unter seinem Internetanschluss mehrere Downloads von ponografischen Videomaterial und musikalsichen Werken dokumentiert" wurde. Um welchen Film bzw. welchen Musiktitel es sich genau handelt, bleibt natürlich offen. Dem erschrockenen und vielleicht auch ertappten Empfänger wird dann aber sogleich der Auswege aus der misslichen Situation aufgezeigt: Er müsse lediglich 100 Euro zahlen, dann ist alles erledigt. Die Zahlung kann "sicher und unkompliziert" (wie schön!) mit Paysafecard der "sichersten Bezahlmethode im Internet " erfolgen. Nach der Zahlung würde man der Staatsanwaltschaft mitteilen, dass die Strafanzeige "irrümlich" gestellt wurde.

E-Mail-Abmahnung - nicht, reagieren, nicht zahlen!


Fakt ist, dass es sich hierbei bei dieser Abmahnung um einen Betrug handelt. Zwar ist es rechtlich zulässig, eine Abmahnung auch per E-Mail zu versenden. Das ist bei Filesharing-Abmahnungen aber unüblich. Die meisten Abmahner versenden Ihre Schreiben per Post. Der Inhalte und das gesamte Vorgehen ist ziemlich dilettantisch, so das schnell klar wird, dass es nicht von Anwälten verfasst wurde, schon gar nicht von den Rechtsanwälten Nümann + Lang.

 

Was ist zu tun, wenn Sie eine E-Mail-Abmahnung erhalten haben?


1. Zahlen Sie auf keinen Fall.

2. Reagieren Sie nicht auf die E-Mail-Abmahnung.

3. Stellen Sie Strafanzeige bei ihrer örtlichen Polizei wegen Betrugs

Nacholgend finden Sie den Wortlaut einer solchen betrügerischen E-Mail-Abmahnung. Sofern auch Sie ein ähnliches Abmahnschreiben erhalten haben und nicht sicher sind, ob und wie Sie darauf reagieren sollen, rufen Sie uns einfach unter 0381 - 877 410 310 an oder senden Sie uns eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

------------- "Abmahnung wegen Copyright-Verletzung" Sehr geehrte(r) ......., in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Firma Videorama GmbH, Münchener Str. 63, 45145 Essen, an. Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluß aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschließlichen Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um geschützte Werke gemäß § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt. Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschützer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit §§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht. Unsere Mandantschaft arbeitet mit einem Antipiracy-Unternehmen zusammen, das die einschlägigen Tauschbörsen im Internet technisch beobachtet und die IP-Adresse von Verletzern feststellt und dokumentiert. Für ihren Anschluss sind mehrere Downloads von pornografischen Videomaterial und musikalischen Werken dokumentiert worden. Aufgrund dieser Daten wurde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige gegen Sie gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat hierauf ihren Provider, welcher sich aus der IP-Adresse erkennen lässt, aufgefordert, den der festgestellten IP-Adresse zugehörigen Telefon-/Internetanschluss mitzuteilen. Durch Akteneinsicht in die staatsanwaltliche Ermittlungsakte sind wir an folgende Daten gelangt:
Max Mustermann, Rostocker Strasse 3, 18055 Rostock. Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: Ihre E-Mail Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Wir möchten Sie darauf hinweisen das die Staatsanwaltschaft Essen großes Interesse daran hat, jeden Nutzer gerade bei pornografischen Material und musikalischen Werken genau zu überprüfen. Wir sind deshalb verpflichtet ihre Ermittlungsakte bis zum 29.06.2010 der Staatswanltschaft Essen zurückzusenden. Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes Angebot: Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen, Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den Schadensersatzanspruch unseres Mandanten vollständig anonym zu bezahlen. Wenn sie anonym bezahlen garantiert unser Mandant der Staatsanwaltschaft mitzuteilen das der Schadensersatzanspruch irrtümlich gegen sie gerichtet worden ist, und alle Ansprüche gegen Sie fallen gelassen werden sollen. Wenn die Staatsanwaltschaft keinen Auftrag hat kann sie auch nicht tätig werden! Wir bitten sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 29.06.2010 sicher und unkompliziert mit einer Paysafecard zu bezahlen. Eine Paysafecard ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und für jeden Bürger anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben. Weitere Informationen zum PaySafeCard-Verfahren erhalten Sie unter: http://www.paysafecard.com/de/. Senden Sie uns den 16-stelligen Pin-Code der 100 Euro Paysafecard an folgende E-Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Geben Sie bei Ihre Zahlung bitte das Aktenzeichen : 223H/54G an. Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten Frist keinen 16- stelligen Paysafecard PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben, wird der Schadensersatzanspruch offiziell aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen wird eingeleitet. Sie erhalten dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg. Mit freundlichen Grüßen,
NÜMANN + LANG – Rechtsanwälte NÜMANN + LANG Rechtsanwälte- Peter Nümann - Nico Arfmann -Kriegsstraße 45, D-76133 Karlsruhe - E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! -Telefon +49 721 570 40 93-0 - Bankverbindung Sparkasse Regensburg Konto Nr 8 40 10 11 55 Bankleitzahl 750 500 00 - Internet www.nuemann-lang.de"


Sofern auch Sie ein ähnliches Abmahnschreiben erhalten haben und nicht sicher sind, ob und wie Sie darauf reagieren sollen, rufen Sie uns einfach unter 0381 - 877 410 310 an oder senden Sie uns eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Ihr Ansprechpartnerin ist Rechtsanwältin Janke, MLE, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

 

Abgemahnt? So reagieren Sie richtig

  1. Nehmen Sie die Abmahnung ernst!
  2. Lassen Sie sich nicht durch die kurzen Fristen unter Druck setzen. Also nicht voreilig unterschreiben oder zahlen.
  3. Unterschreiben Sie nicht ungeprüft die beigefügte Unterlassungserklärung.

Kostenfreie Erstberatung

Mit unserer langjährigen Erfahrung helfen wir Ihnen, unnötige Zahlungen und Klagen zu vermeiden. Senden Sie uns unverbindlich Ihre Abmahnung und erhalten Sie umgehend eine kostenfreie Ersteinschätzung:

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  • Telefax: 0381 - 877 410 311
  • kanzlei(at)medienrecht-urheberrecht.de
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