Foto-Abmahnung

Der Fotograf Christoph U. Bellin lässt erneut über die Kanzlei GIESE aus Hamburg die unlizenzierten Nutzung seiner Fotos abmahnen. Christoph U. Bellin ist Fototgraf und bietet zahlreiche Hamburg-Fotos Bildern auf der Webseite www.bildarchiv-hamburg.de an. Laut der seiner dortigen AGB ist die Nutzung seiner Fotos nur nach Zahlung eines Honorars gestattet.

Bei der Höhe seines Honorars orientiert er sich an der Honorarübersicht der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (kurz: MFM). Für den Fall, dass bei der Nutzung der Fotos Herr Bellin nicht als Urhebers genannt wird, fäll laut AGB ein Zuschlag von 100% auf das Honorar an.

In der uns vorliegenden Abmahnung fordert die Kanzlei GIESE für Herrn Bellin

  1. die Löschung des streitbefangenen Fotos
  2. die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie
  3. die Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von 434,00 €.

Höhe des Schadensersatzes bei unberechtigter Fotonutzung

Aus der Urheberrechtsverletzung an einem Bild steht dem Urheber ein Schadensersatzanspruch zu. Die Berechnung der Schadenshöhe erfolgt im Wege der sogenannten Lizenzanalogie. Danach kann der Fotograf bzw. Rechteinhaber des Fotos vom Verletzer denjenigen Betrag verlangen, den vernünftige Parteien für die konkrete Nutzung vereinbart hätten. Er soll also das zahlen, was er bei einer normalen Lizenzierung auch bezahlt hätte.

Herr Bellin gibt an, seine Fotos gemäß der Honorare der sog. „MFM-Tabelle“ zu lizenzieren. Nach der Lizenzanalogie könnte er damit genau diesePreise auch als Schadensersatz verlangen.

Die MFM sollen, laut eigener Angabe, einen Übersicht über die aktuellen und marktüblichen Preise für die gewerbliche Nutzung von Fotos sein.

Da die Preise jedoch für einzelner Nutzungen relativ hoch sind, haben bereits mehrere Gerichte abgelehnt, diese Honorare bei der Schadensberechnung anzusetzten. Die Fotografen müssen dafür erst nachweisen, dass sie ihr Bildmaterial auch tatsächlich zu diesen Beträgen am lizenzieren können, d.h. sie müssen eine konkrete Vertragspraxis vorweisen. Das gelingt nicht immer. Bei Laienfotos gilt die MFM hingegen nicht.

Im vorliegenden Streitfall wurde für die Online-Nutzung eines Fotos für 1 Jahr nach den MFM eine Lizenzgebühr von 310,00 Euro angesetzt. Aufgrund der geringer Auflösung, in der das Bild genutzt wurde, ergibt sich eine Reduzierung um 30%, d.h auf 217,00 €. Da bei der Fotonutzung der Name des Herrn Bellin als Fotografen nicht genannt wurde, entsteht ein 100%-iger Zuschlag wegen fehlender Urhebernennung. Insgesamt ergibt sich daher Lizenzschadensersatz in Höhe von 434,00 €. Das ist - für die hier streitgegenständliche Nutzung - sicher ein Betrag, den ein Gericht auch zusprechen könnte.

In anderen Fällen kann sich dies jedoch ganz anders darstellen. Bei der Ermittlung des angemessen Schadensersatzes für eine Urheberechtsverletzung an einem Foto sind in jedem Einzelfall die Umstände der Nutzung zu berücksichtigen, wie bspw.

  • ob die Nutzung gewerblich oder privat erfolgte,
  • die Dauer der Nutzung,
  • die Größe des Bildes und
  • die Anzahl der Domains, unter denen es verwendet wurde.

Nach meiner Erfahrung werden in den Abmahnungen regelmäßig überhöhte Schadensforderungen gestellt, so dass sich eine Prüfung regelmäßig lohnt. In meiner langjährigen Praxis konnte ich bereits für zahlreiche Mandanten die Forderungen erheblich reduzieren.

Was tun nach Erhalt einer Abmahnung?

  1. Nehmen Sie die Abmahnung ernst!
  2. Unterschreiben oder zahlen Sie nicht voreilig! Lassen Sie sich nicht durch die kurzen Fristen unter Druck setzen. Diese sind oft unwirksam!
  3. Aufgrund unserer Erfahrung können wir nicht empfehlen, die der Abmahnung beigefügte Unterlassungserklärung ungeändert zu unterzeichnen. 

Wichtig - umfassende Löschung der Bilder sicherstellen

Des Weiteren muss sichergestellt sein, dass das betreffende Bildmaterial vor Übersendung der Unterlassungserklärung an die Gegenseite umfassend gelöscht ist.  Anderenfalls kann der Urheber die Zahlung einer empfindlichen Vertragsstrafe verlangen.

Kostenfreie Ersteinschätzung einholen

Nutzen Sie unsere langjährige Erfahrung und vermeiden Sie überhöhte Zahlungen und unnötige Klagen.

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  • per Telefon: 0381 - 877 410 310 oder
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Ihre Ansprechpartnerin: Rechtsanwältin Marion Janke (MLE), Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht.

 Fotodo/ Fotolia.com

Abgemahnt? So reagieren Sie richtig

  1. Nehmen Sie die Abmahnung ernst!
  2. Lassen Sie sich nicht durch die kurzen Fristen unter Druck setzen. Also nicht voreilig unterschreiben oder zahlen.
  3. Unterschreiben Sie nicht ungeprüft die beigefügte Unterlassungserklärung.

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