WIR - IHK Rostock, Heft 09/2013

Rostock, 20.11.2013

Nach dem Gesetz hat der Urheber das Recht, dass sein Name an seinem Werk, also beispielsweise an dem von ihm erstellten Foto oder seiner Grafik genannt wird. Bei der Verwendung von Fotos im Internet oder in Drucksachen werden daher regelmäßig die Urheber- oder Rechteinhaber unmittelbar am Bild oder an einer anderen Stelle angegeben. Diesem sogenannten Urheber- oder Copyrightvermerk wird oft das Wort „Copyright“ oder nur die Abkürzung dafür, das © vorangestellt.

Insbesondere im Internet finden sich jedoch zahlreiche Fotos ohne Urheberangabe. Häufig schlussfolgern Nutzer daraus, dass derartige Bilder nicht durch das Urheberrecht geschützt sind.

 

Unser Rechts-Rätsel an die WIR-Leser:

Dürfen Fotos ohne Urhebervermerk frei verwendet werden?

Antwort: Nein.

Auch wenn am Foto kein Urhebervermerk angebracht ist, bedeutet dies keinesfalls, dass es urheberrechtlich nicht geschützt und frei verwendet werden darf.

 

Urheberrecht auch ohne Urhebernennung

Das Urheberrecht entsteht nach deutschem Recht mit Vollendung des Werkes, also mit Fertigstellung des Gemäldes oder bei einem Foto unmittelbar nach Betätigen des Auslösers. Eine Eintragung in ein zentrales Register ist, anders als im Markenrecht oder Patentrecht, keine Schutzvoraussetzung. Zwar gibt beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) auch eine „Urheberrolle“, in der bei Verwendung eines Pseudonyms der wahre Name eingetragen werden kann.

Foto, Texte, Grafiken oder Software sind also auch dann vom Urheberrechtsgesetz geschützt, wenn nicht kenntlich gemacht wurde, wer es erstellt hat bzw. wem die Rechte daran gehören.

Diesem sogenannten Urhebervermerk wird auch in Deutschland häufig das Wort „Copyright“ oder nur die Abkürzung dafür, das © vorangestellt. Der Begriff „Copyright“ bezeichnet im anglo-amerikanischen Rechtskreis das „Recht zu kopieren“, also das Urheberrecht. In den USA ist es noch heute für bestimmte urheberrechtliche Ansprüche Voraussetzung, dass bspw. an Fotos, Texten oder Software ein Copyrightvermerk angebracht ist. In unserem Beitrag „Was bringt der Copyright-Vermerk?“ haben wir dieses Thema ausführlich erörtert.

 

Recht auf Namensnennung des Urhebers

Das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft soll den Urheber davor schützen, dass ihm das Urheberschaft und damit die finanzielle Verwertungsmöglichkeit seines Werkes streitig gemacht wird. Es ist geregelt in § 13 UrhG:

 

§ 13 Urheberrechtsgesetz - Anerkennung der Urheberschaft

Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

 

Der Kennzeichnung am Werk kommt ein wirtschaftlicher Wert zu, da sie Werbung für den Künstler darstellt. Jeder der ein fremdes Bild verwenden möchte ist daher zum einen verpflichtet, vorher die Einwilligung des Urhebers oder Rechteinhabers für die konkrete Nutzungshandlung einzuholen. Zum anderen ist, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde, der Namen des Urhebers anzugeben. Dies kann auf einer Webseite bspw. direkt am Bild erfolgen oder auf einer separaten Unterseite für „Bildquellen“. In einem Druckwerk wäre eine Kennzeichnung im Rahmen des Impressums möglich.

Abmahnung wegen fehlender Urhebernennung

Seit einiger Zeit mahnen diverse Fotografen, die ihre Bilder in der Foto-Datenbank Pixelio, Fotolia oder Aboutpixel anbieten, die fehlende Urhebernennung bzw. fehlende Quellenangabe ab. Über diese zahlreichen  Abmahnungen wegen fehlender Urheberbenennung durch Rechtsanwalt Schlösser versendet werden, haben wir bereits berichtet. Für ein Bild, welches bei Fotolia, Pixelio oder ABOUTPIXEL selbst in der höchsten Auflösung nur zwischen 20 Cent und 1,30 Euro kostet, werden Beträge von regelmäßig ca. 1.300,00 Euro gefordert. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Lizenzgebühr und der Schadensersatz nicht etwas außer Verhältnis stehen.

Sofern sich nicht ermitteln lässt, wem die Rechte an einem Bild zustehen, so sollte es nicht verwendet werden. Fertigen Sie im Zweifelsfall ein eigenes Foto an. Auch wenn dieses im Vergleich mit einem professionell erstellten Fotos qualitativ etwas abfällt, können Sie manchen Ärger und unnötige Kosten ersparen. Die Entschuldigung, man hätte nicht gewusst, wer Urheber ist, lassen die Richter nicht gelten.

Ihre Ansprechpartnerin: Rechtsanwältin Janke, MLE, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht

 

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Abgemahnt? So reagieren Sie richtig

  1. Nehmen Sie die Abmahnung ernst!
  2. Lassen Sie sich nicht durch die kurzen Fristen unter Druck setzen. Also nicht voreilig unterschreiben oder zahlen.
  3. Unterschreiben Sie nicht ungeprüft die beigefügte Unterlassungserklärung.

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